Natürliche Fancy-Diamanten in Grau

Natürliche graue Diamanten verdanken ihre Farbe – wie alle farbigen Diamanten – dem Einschluss von Fremdstoffen während der Formung der Diamanten im Inneren der Erde. Im Falle der grauen Diamanten entsteht die Farbe durch den Einschluss von Wasserstoff, kann sich aber auch durch den Einschluss von Bor entwickeln. Auf jeden Fall gibt es diese Diamanten in einer Fülle an unterschiedlichen Nuancen und Farbtönen, die jedem einzelnen Diamanten eine einzigartige Farbe verleihen. Graue Diamanten werden manchmal anthrazitgrau, stahlgrau, schiefergrau, silbergrau und taubengrau genannt und besitzen einige Intensitätsgrade. Ihre Farbnuancen reichen von Zinn und Nickel bis zu tieferen Tönen wie Graphit und Blei. Gefördert werden graue Diamanten in Minen in Indien, Russland, Brasilien, Südafrika und Australien, der Heimat der Argyle-Mine. Die Produktion grauer Diamanten macht 2 % der farbigen Diamanten aus dieser Mine aus (die meisten Diamanten sind champagnerfarben), allerdings verdankt die Mine den pinkfarbenen Diamanten ihre Berühmtheit. Interessanterweise sind graue Diamanten, wie übrigens auch blaue, Halbleiter für Elektrizität – ganz im Gegenteil zur Mehrzahl der Diamanten, einschließlich der meisten farbigen und der farblosen Diamanten, die Nichtleiter sind.

 Ohrstecker mit rundem Diamanten im Brillantschliff in Fancy-Grau mit 1,10 Karat von Leibish & Co.

Ohrstecker mit rundem Diamanten im Brillantschliff in Fancy-Grau mit 1,10 Karat von Leibish & Co.

 

 

Grau als Primär- oder Sekundärfarbe

 

Seine Grade der Farbintensität sind Hellgrau, Fancy-Hellgrau, Fancy-Grau, Fancy-Dunkelgrau und Fancy-Tiefgrau. Je nachdem, ob ein Diamant die Farben Blau oder Grün oder die wärmeren Braun- und Gelbtöne enthält, wirkt seine Farbe kühler oder wärmer.

 

Die offizielle Skala der Farbintensität für graue Diamanten

Die Intensitätsskala für graue Diamanten, vom hellsten Ton (Faint Gray/Blassgrau) bis zum dunkelsten (Fancy-Dunkelgrau/Fancy Dark Gray)

 

 

Abhängig davon, wie er in das Schmuckstück eingesetzt wird, kann die Dunkelheit oder Helligkeit eines Diamanten mehr oder weniger deutlich sein. Eingerahmt mit farblosen Diamanten zeigt die Farbe eines Fancy-Diamanten eine bezaubernde Leuchtkraft und macht ihn zum strahlenden Mittelpunkt, besonders wenn Sekundärfarben für ein spannendes Farbenspiel sorgen. 


 

Ring mit Kissen- und Dreiecksschliff in Fancy-Grau mit 1,01 Karat von Leibish & Co.

Ring mit Kissen- und Dreiecksschliff in Fancy-Grau mit 1,01 Karat von Leibish & Co.

 

 

Grau erscheint hauptsächlich bei grünen und blauen Diamanten als Sekundärfarbe, ergänzt aber auch die Farben Gelb, Chamäleon, Violett und Purpur. 

 

Solitär-Diamantring in Fancy-Dunkelgrünlich-Grau mit 2,01 Karat von Leibish & Co. 

Solitär-Diamantring in Fancy-Dunkelgrünlich-Grau mit 2,01 Karat von Leibish & Co.

 

 

Berühmte graue Diamanten


Der Hope-Diamant, der berühmteste Diamant der Geschichte, wird offiziell als Fancy Gray Blue (Fancy-Grau-Blau) bezeichnet. Da sie sich früher keiner großen Beliebtheit erfreuten, gibt es keine berühmten grauen Diamanten, allerdings tragen einige der berühmtesten blauen Diamanten der Welt die offizielle Farbbezeichnung „Gräulich blau“ – einschließlich des bekannten Hope-Diamanten, des Sultan von Marokko und des Steins Blauer Wittelsbacher. 

 

 

Der Hope-Diamant

 

Der Hope-Diamant (früher „Le bleu de France“) ist der größte tiefblaue Diamant der Welt. Der Diamant mit 45,52 Karat (9,10 g) in Fancy Tief- Gräulich-Blau VS1 wurde in Indien geschürft und glänzt mit den stolzen Maßen 25,60 mm (Länge) × 21,78 mm (Breite) × und 12,00 mm (Tiefe).

Laut einer alten Legende wurde der Hope-Diamant in seiner ursprünglichen Form aus einem Auge einer Skulptur der Göttin Sita in einem hinduistischen Tempel gestohlen. Die Tempelpriester legten einen Fluch auf jeden, in dessen Händen sich der fehlende Stein befand, und der „Fluch“ des Hope-Diamanten war geboren. Der Hope-Diamant und der angeblich auf ihm lastende Fluch wurden später für einige Todesfälle verantwortlich gemacht, unter anderem für die Enthauptungen von Ludwig XVI und Marie Antoinette. Der früheste Zeitpunkt, bis zu dem die Geschichte des Hope-Diamanten definitiv zurückverfolgt werden kann, war September 1812. Ein blauer Diamant mit der gleichen Form, Größe und Farbe wie der Hope-Diamant fand sich unter den Aufzeichnungen des Inventars von  Daniel Eliason, einem Diamantenhändler aus London. Der Hope-Diamant tauchte 1839 in einem öffentlichen Katalog der Juwelensammlung des berühmten britischen Bankiers Henry Philip Hope auf, der noch im selben Jahr verstarb. Der Erbe des Hope-Diamanten war sein ältester Neffe, Henry Thomas Hope. Nach turbulenten Streitigkeiten um das Erbe und einer Wanderung durch die Hände mehrerer Besitzer gelangte der Hope-Diamant im Jahr 1949 schließlich in den Besitz des Diamantenhändlers Harry Winston. Am 10. November 1958 übergab Winston den Diamanten als Spende an den Smithsonian-Museumskomplex. Traditionell wurde der Hope-Diamant im Smithsonian als Teil einer Halskette präsentiert – umrahmt von mehreren weißen Diamanten in einem ovalen Design – im Jahr 2009 wurde er dann als einzelner Stein ausgestellt. Am 18. November 2010 wurde der Hope-Diamant dann auf ganz neue Weise präsentiert, nachdem die neue Gestaltung von über 100.000 Menschen in einer Online-Abstimmung aus drei Möglichkeiten ausgewählt wurde. Der Hope-Diamant wurde anschließend ein Jahr lang in diesem Design präsentiert, bevor man wieder zur traditionellen Gestaltung zurückkehrte.

 

Der Blaue Wittelsbacher

Der Blaue Wittelsbacher war ein Diamant in Fancy-Tief-Gräulich-Blau VS2 mit 35,56 Karat mit einem außergewöhnlichen Schliff mit 82 Facetten. Seit der Zerstörung der Archive von Madrid im Spanischen Bürgerkrieg von 1936-1939 gehen die frühesten Aufzeichnungen zum Diamanten nur noch bis auf das Jahr 1664 zurück, als Philipp IV von Spanien seiner damals 15-jährigen Tochter Infanta Margarita Teresa den Diamanten zu ihrer Verlobung mit Kaiser Leopold I von Österreich schenkte. Tragischerweise starb die Infanta 1675, nachdem ihr Körper durch zu viele Fehlgeburten immer schwächer wurde, schon im zarten Alter von 21. Ihr Ehemann erbte alle ihre Juwelen, die er wiederum seiner dritten Frau, Kaiserin Eleonore Magdalena, vermachte. Diese gab den wunderbaren blauen Diamanten an ihre Enkelin, Erzherzogin Maria Amalia, weiter. 

1964 wurde er von einem privaten Sammler erworben und 2008 wechselte der Blaue Wittelsbacher bei einer Christie’s-Auktion wiederum den Besitzer und für den stolzen Preis von 24,3 Millionen erhielt der berühmte Juwelier Laurence Graff den Zuschlag. Graff verpasste dem Diamanten einen neuen Schliff, wobei dieser 4,45 Karat verlor und noch 31,06 Karat aufwies, „um Schäden an der Rondiste zu entfernen und die Farbe zu intensivieren“. Nun darf sich der Blaue Wittelsbacher als Fancy-Tiefblau IF (innen makellos) bezeichnen.

 

 Der Sultan von Marokko

Der Ursprung des Sultan von Marokko mit Kissenschliff und 35,27 Karat in Fancy-Gräulich-Blau ist mysteriös. Man geht davon aus, dass der Diamant in der Mitte des 19. Jahrhunderts zum ersten Mal in Indien auftauchte, doch sein Weg nach Europa, sein damaliger Verkaufspreis und vorheriger Eigentümer und viele weitere dieser spannenden Fragen liegen nach wie vor im Dunkeln. 

Sein Name deutet auf eine mögliche Verbindung zu den herrschenden Sultan-Familien von Marokko hin, Belege dafür gibt es jedoch nicht. Man weiß allerdings, dass sich der Diamant ohne Zweifel im Jahr 1840 im Eigentum der Familie Jussupow befand, einem russischen Adelsgeschlecht, das von den Tartaren abstammte. 1922 wurde der Diamant von Prinz Felix Jussupow, dem letzten Prinzen der Jussupow-Familie, der hauptsächlich aufgrund seiner direkten Beteiligung an der Ermordung Rasputins bekannt wurde, an Cartier in New York verkauft. 1972 erwarb ein anonymer Käufer den Diamanten in San Francisco, Kalifornien, in einem Privatgeschäft für 250.000 US-Dollar. Anscheinend hatte der Käufer eine Verbindung zum Vizepräsidenten des Unternehmens „Bud“ Ehresman, welcher sich den Stein durch den berühmten Juwelier Laykin et cie mit Sitz in Los Angeles, Kalifornien, zustellen ließ.

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